Samen-Aktion am Klimawald

Oberstufenschüler halfen bei der Organisation und der Durchführung vor Ort. Die speziell angemischte Untersaat aus fünf Kleesorten, Buchweizen, Rübsen, Senf, Waldstaudenroggen, Leinsaat, Gelbhafer, Ölrettich und Sonnenblumen soll den Boden nicht nur vor dem Austrocken und bei Starkregen schützen, sondern auch ein besseres Anwachsen der kleinen Bäume ermöglichen. Diese Saatgutmischung schütz aber auch die zukünftigen Klimawaldbäume vor Schädlingen, die die zarten, frisch Wurzeln der Bäumchen lieben. Durch die Beschattung des Bodens wird dieser weniger austrocknen und das fehlende trockene Gras macht diese Fläche unattraktiv für Wühlmäuse. Die Mäuse sind durch den niedrigen Bewuchs kaum noch vor ihren natürlichen Feinden, wie Greifvögel, Nachtvögel aber dem Fuchs oder Storch geschützt.
Zunächst wurde eine 10.000 m² große Teilfläche der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche gegrubbert und gefräst bevor die Kinder des Unterstufenhauses 70 kg Saatgut ausbringen konnten. Zwei liebe Mitmenschen der Umweltbetrieben der Gemeinde Hiddenhausen haben als ausgebildete Landschaftsgärtner den Schülerinnen und Schülern vermittelt, wie Saatgut fachmännisch ausgebracht wird. Mit eigens mitgebrachtem Sand wurden auf einer Übungsfläche das richtige Portionieren und Ausbringen geübt – wie im echten Leben – auch beim Sähen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Im Anschluss an die Übungseinheiten begann das Austreuen des Saatgutes auf den zuvor markierten Teilflächen.
Nach dem Ende der Aktion stellte ein Gemeindemitarbeiter mit einem Augenzwinkern fest, dass man die Fläche in einigen Wochen mit einer Drohne befliegen müsste, damit man ein Bild davon hat, wie erfolgreich die Aussaataktion verlaufen ist. Egal wie – die Artenvielfalt und der Bodenschutz gewinnen in jedem Fall.
Als nächster Schritt wird von einem Forstunternehmen in diesem Sommer ein Wildschutzzaun aufgestellt, der die jungen Pflanzen des Klimawaldes vor dem Verbiss von Rehen und Kaninchen schützen soll. Erst wenn alle Schutzmaßnahmen umgesetzt sind, werden die Schülerinnen und Schüler im Winter die Bäume und Sträucher einpflanzen. Die Jungpflanzen können sich dann in den feuchten Winter- und Frühjahrsmonaten mit ihren feinen Wurzeln im Boden verankern und so in den nächsten Jahren zu kräftigen und gesunden klimaresilienten Bäumen heranwachsen.