Auf den Spuren von Neobiota

Die Klas­se Belu­ga an der Heer­ser Müh­le

Im Rah­men der Pro­jekt­wo­che zum The­ma Kata­stro­phen­schutz besuch­ten die 9. Klas­sen die Heer­ser Müh­le, um sich mit einem wich­ti­gen Aspekt des Umwelt und Natur­schut­zes zu beschäf­ti­gen: Neo­bio­ta. Dabei han­delt es sich um Tier und Pflan­zen­ar­ten, die ursprüng­lich nicht in unse­rer Regi­on hei­misch sind.

Die Klas­se Belu­ga lern­te ver­schie­de­ne Tier und Pflan­zen­ar­ten ken­nen und beschäf­tig­te sich mit der Fra­ge, wel­che Aus­wir­kun­gen ein­ge­schlepp­te Arten auf unse­re hei­mi­schen Lebens­räu­me haben kön­nen. Ein Bei­spiel war der Ame­ri­ka­ni­sche Fluss­krebs, der als inva­si­ve Art hei­mi­sche Krebs­ar­ten ver­drängt und das Öko­sys­tem ver­än­dert.

Auch ver­schie­de­ne Pflan­zen wur­den genau­er betrach­tet. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler konn­ten bei­spiels­wei­se an Ech­tem Ker­bel und Zitro­nen­me­lis­se rie­chen und die unter­schied­li­chen Gerü­che ken­nen­ler­nen. Außer­dem ging es um das Drü­si­ge Spring­kraut und die Fra­ge, war­um die­se Pflan­ze für Fluss­ufer pro­ble­ma­tisch sein kann. Sie kann gro­ße Flä­chen besie­deln und dabei hei­mi­sche Pflan­zen ver­drän­gen. Wenn sie im Herbst abstirbt, kön­nen kah­le Stel­len zurück­blei­ben, die leich­ter von Was­ser abge­tra­gen wer­den.

Ein wei­te­res The­ma war der Wasch­bär. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler erfuh­ren, dass der Wasch­bär ursprüng­lich nicht in Deutsch­land hei­misch ist und sich hier stark aus­ge­brei­tet hat. Da er bei uns kaum natür­li­che Fress­fein­de hat, kann er sich gut ver­meh­ren. Als Alles­fres­ser fin­det er ein sehr viel­fäl­ti­ges Nah­rungs­an­ge­bot und kann dadurch auch hei­mi­sche Tier­ar­ten beein­flus­sen. Bei der Erkun­dung des Gelän­des konn­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler außer­dem Spu­ren sei­ner Nah­rungs­su­che ent­de­cken. An eini­gen Stel­len waren Löcher im Boden zu sehen, die ver­mut­lich durch die Suche nach Nah­rung ent­stan­den sind. Dabei kann der Wasch­bär unter ande­rem nach Lar­ven von Mai­kä­fern suchen und die­se fres­sen.

Zum Abschluss wur­de es prak­tisch: An der Wer­re gin­gen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler selbst auf die Suche nach Lebe­we­sen im Fluss. Mit etwas Geduld konn­ten sie ver­schie­de­ne klei­ne Was­ser­be­woh­ner ent­de­cken, dar­un­ter win­zi­ge Floh­kreb­se, und sogar einen Fisch fin­den.

Der Besuch an der Heer­ser Müh­le zeig­te den Schü­le­rin­nen und Schü­lern anschau­lich, wie eng Arten­viel­falt, Gewäs­ser, Lebens­räu­me und die Aus­wir­kun­gen nicht hei­mi­scher Arten mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Durch die Kom­bi­na­ti­on aus Beob­ach­ten, Rie­chen und eige­ner Suche konn­ten die Jugend­li­chen das The­ma Neo­bio­ta unmit­tel­bar in der Natur erle­ben.

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