Mit dem Schriftsteller und Rezitator Michael Helm lasen 25 Schülerinnen und Schüler Texte ganz unterschiedlicher Autoren.
(Foto oben: Die „Lesescouts“ der Olof-Palme-Gesamtschule präsentierten als „Junge Wilde“ bekannte und neue Texte und überzeugten dabei auf ganzer Linie. )
(Foto und Text von Yvonne Gottschlich — 15.06.2026 Neue Westfälische)
Hiddenhausen. In der Gemeindebücherei Hiddenhausen sorgte eine Lesung der besonderen Art jetzt für große Begeisterung: Die „Lesescouts“ der Olof-Palme-Gesamtschule präsentierten als „Junge Wilde“ bekannte und neue Texte und überzeugten dabei auf ganzer Linie. Rund 25 Schüler aus den Klassen 8, 9 und 10 saßen gemeinsam auf der Bühne. Mit viel Engagement und Ausdruckskraft brachten sie Texte unter anderem von Torsten Sträter, Otto Waalkes und Loriot zu Gehör. Dabei setzten die jungen Vorleser ihre Stimmen gekonnt ein: Ob Betonung, Lautstärke oder gezielte Pausen, die Gruppe zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Litratur werden kann. Das Publikum dankte für die Darbietungen mit lang anhaltendem Applaus. Der Auftritt bildete den Höhepunkt eines Projekts, das seit 17 Jahren von Schriftsteller und Rezitator Michael Helm geleitet wird. Einmal monatlich traf sich die Gruppe, um zu üben und an ihrer Vortragstechnik zu feilen. „Es ist immer wieder intensiv und anstrengend, aber auch beeindruckend, was hier passiert“, betonte Helm. Besonders begeistert zeigte er sich davon, wie die Schülerinnen und Schüler ihre Stimmen einsetzten: „Das ist sehr emotional, einfach begeisternd, da passiert wirklich ganz viel.“ Einige der Teilnehmer aus der 10. Klasse sind bereits seit drei Jahren dabei und haben sich kontinuierlich weiterentwickelt. „Dafür braucht es viel Ausdauer und die Bereitschaft, dranzubleiben“, hob Helm hervor. Diese Kontinuität sei auch ein Erfolgsfaktor für das gesamte Lesescout-Projekt, das inzwischen seit fast 20 Jahren besteht. Zu den besonderen Momenten zählten für die Gruppe nicht nur die eigenen Lesungen, sondern auch die zahlreichen Auftritte vor Grundschulklassen. Dort lesen die Jugendlichen regelmäßig jüngeren Kindern vor. „Für die Kleinen sind die Jungs hier die Helden“, erklärte Helm. Auch Christine Kuske, Leiterin der Gemeindebücherei, zeigte sich tief beeindruckt. Sie lobte sowohl die Leistung bei der Lesung als auch die Entwicklung der Gruppe insgesamt: „Die Jugendlichen stellen sich der Literatur, spielen mit der Stimme, das erfordert Mut.“ Genau dieser Mut und die spürbare Begeisterung seien es gewesen, die den Abend so besonders gemacht hätten. Am Ende blieb nicht nur der Applaus des Publikums, sondern auch die Erkenntnis, die Michael Helm auf den Punkt brachte: „Lesen ist kein Wettbewerb, gemeinsames Lesen ist ein Geschenk für das Publikum.“


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