Ein Erfahrungsbericht
(Bericht von von Finn Schulz )
Vom 28.06.2026 bis zum 10.07.2026 hatte ich die Gelegenheit, an der deutschen Schülerakademie Homburg/Saar teilzunehmen. Eine Schülerakademie ist ein Ort für interessierte Schülerinnen und Schüler, aus ganz Deutschland und in unserem Fall auch aus deutschen Schulen im Ausland, um in Kontakt zu treten und auf einem vergleichsweise hohen Niveau neue Dinge zu lernen und Themenbereiche für sich zu entdecken. Keiner der insgesamt 42 Schülerinnen und Schüler unserer Akademie kannte sich vorher und alle waren natürlich irgendwie verschieden, und doch entstand wirklich sehr schnell eine unglaublich offene und freundliche Gemeinschafft. Wir konnten unter anderem Ideen, Meinungen und Interessen mit anderen teilen und neue Perspektiven erhalten, debattieren, aber auch einfach entspannt zusammensitzen und neue Leute kennenlernen.
Es gab einen sehr vollen Tagesplan, der um 8 Uhr mit dem Frühstück begann. Direkt danach fanden wir uns in einem kurzen Plenum ein und haben den Tagesablauf besprochen, wobei die Teilnehmenden immer die Möglichkeit hatten, Ideen in Form von kursübergreifenden Angeboten einzubringen.
So entstanden Veranstaltungen wie ein Kicker- und ein Fußballturnier, Filmeabende, Debattieren, Improtheater oder Tanzkurse. Es fand sich außerdem ein Komitee ein, das im kurzen Zeitraum der Akademie ein Design für gemeinsame T‑Shirts entwickelte und produzieren ließ. Nach dem Plenum fanden wir uns in unseren Kursen ein, welche ca. 6 Stunden am Tag einnahmen. Hier gab es drei Angebote, auf die man sich vor der Akademie bewerben musste. So hatten wir einen gesellschaftswissenschaftlichen Kurs, welcher sich mit Konflikten in der Weltpolitik auseinandersetzte, einen Programmierkurs, der ein Spiel entwickelte und einen ingenieurwissenschaftlichen Kurs. Letzteren belegte ich. Unser zweiwöchiger Aufenthalt wurde im Kurs in eine Theorie- und eine Praxiswoche eingeteilt. In der Theorie wurden uns zunächst in Uni-ähnlichen Frontalvorträgen Themen wie die Grundlagen der Materialcharakterisierung und Werkstoffprüfung, verschiedene Arten der additiven Fertigung, Mikrosensorik und Elektrotechnik nähergebracht. Im zweiten Teil konnten wir dieses neue Wissen dann in Kleingruppen anwenden und in persönlichen Projekten umsetzen. In diesen Projekten mussten wir alles selber planen, programmieren, modellieren und am Ende zusammenbauen.
In meiner Gruppe haben wir eine Blume gebaut, die, wenn ihre Umgebung hell wird, blüht und, wenn es dunkel wird, wieder ihre Knospe schließt. Dafür haben wir sämtliche Teile 3D-gedruckt und für die Technik einen Mikrocontroller mit einem Lichtsensor und einem kleinen Motor verbunden, der Schließen und Öffnen übernommen hat. Andere Projekte in unserem Kurs waren zum Beispiel ein Roboterarm oder ein Süßigkeitenautomat, der nur etwas ausgibt, wenn man einmal “Simon says” geschafft hat. Darüber hinaus mussten wir den gesamten Prozess dokumentieren.
So haben wir wertvolle und wichtige Erfahrungen in Projektarbeit, Umsetzung von Ideen, Teamwork und Dokumentation gesammelt.
Es gab außerdem die Möglichkeit an einem Musikprogramm teilzunehmen, das einen Chor und ein Orchester umfasste, welche beide ausschließlich von Teilnehmern der Akademie besetzt waren. Dieses Musikprogramm füllte den eh schon vollen Tag mit weiteren zwei bis vier Stunden, je nachdem ob man neben dem Chor noch ein Instrument spielte oder nicht. Trotz dessen entschied sich ein Großteil der Teilnehmenden dazu mitzumachen. Somit endete unsere Akademiezeit dann mit einem erfolgreichen Konzert in einer nahgelegenen Kirche, welches unsere Gemeinschafft natürlich weiter stärkte.

Es waren jedoch nicht nur die Angebote und Kurse, welche die Schülerakademie so besonders machten, sondern die tollen und offenen Menschen, warmen Sommerabende, das Volleyballspielen oder spontane Ausflüge zum Schwimmbad oder Lidl — die jedoch aufgrund des Zeitplans relativ selten waren. 🙂 Ich hatte wirklich eine unglaublich schöne und unvergessliche Zeit, in der ich viele neue und spannende Menschen kennenlernen durfte, und kann es jedem, der die Möglichkeit hat, an einer Schülerakademie teilzunehmen wirklich nur ans Herz legen!
Für die abschließenden Worte hab ich mir erlaubt eine andere Teilnehmerin zu zitieren, da ich von diesen wirklich sehr beeindruckt war und selber nichts Schöneres hätte schreiben können.
“Als am letzten Abend die letzten Töne des Abschlusskonzerts verklangen, endete nicht einfach ein Programm. Es endete ein Abschnitt, der uns alle bereichert hatte. Die Zeit hat mir gezeigt, dass Bildung weit mehr ist als das Sammeln von Wissen. Sie beginnt dort, wo Menschen ihre Begeisterung teilen, einander herausfordern und gemeinsam wachsen. Vielleicht ist genau das ihr größtes Geschenk. Nicht nur den Horizont zu erweitern, sondern den Blick auf die Welt und manchmal auch auf sich selbst. Denn manchmal sind es genau die Begegnungen mit anderen Menschen, die uns helfen, uns selbst mit neuen Augen zu sehen. Zu sehen, wer wir sind und wer wir sein können. Und vielleicht ist das Schönste, was wir von solchen Orten mitnehmen, nicht nur das Wissen über die Welt, sondern auch ein tieferes Verständnis für unseren eigenen Platz in ihr.”
-Emilia Rudnitzki


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