49 Schülerinnen und Schüler der Olof-Palme-Gesamtschule präsentieren ihren Varieté-Abend „Abikini – knapp, aber passt“. Dabei präsentiert sich der Jahrgang als kreative Gemeinschaft.
(Foto oben: Die mitreißenden Tanzeinlagen gehören bei den Abi-Varieté-Abenden einfach dazu. Die wurden wochenlang geprobt und sorgen in der OPG-Aula für Stimmung)
Bericht und Fotos von Ralf Bittner — Neue Westfälische 24. MÄRZ 2026
Hiddenhausen. Ein Flugzeugabsturz lässt einen Teil des Abiturjahrgangs der Olof-Palme-Gesamtschule (OPG) auf einer einsamen Insel stranden. Der letzte Anruf im Lehrerzimmer der OPG bietet eine Gelegenheit, ins Lehrerzimmer zu schauen, wo die Schülerinnen und Schüler ihre Lehrerinnen und Lehrer als genau beobachtete Parodien lebendig werden lassen. So beginnt der Varieté-Abend des 49 Schülerinnen und Schüler starken Abiturjahrgangs in der Aula der OPG. Obwohl die Abiturjahrgänge an der Gesamtschule zahlenmäßig kleiner sind als an den Gymnasien, wo es in diesem Jahr gar keine Abiturklassen gibt, haben die Varieté-Abende Tradition an der OPG. Daher sind auch alle Schülerinnen und Schüler entweder auf der Bühne, hinter den Kulissen, an der Technik oder beim Catering in der Pause zwischen den beiden gut einstündigen Programmhälften dabei. Damit ist der Abend kompakter als manche XXL-Programme vergangener Jahre, aber nicht weniger unterhaltsam. Im Zentrum stehen natürlich die Lehrerparodien. Der Sportlehrer stemmt Stühle und Tische und ein Lehrer sorgt sich eher um die CO2-Bilanz der Klassenfahrt als Flieger als um die vermisste Reisegruppe.
Wie ChatGPT
weiterhilft
Die Zusehenden erfahren, dass sowohl „atmen“ als auch „kopieren gehen“ derart glaubhafte Ausreden zweier Lehrer für die „Fluppe zwischendurch“ sind, dass das den Schülerinnen eine Huldigung als flottes Tanzduett mit Riesen-Glimmstengel wert ist. Je näher das Abitur rückt, desto ernster geht es auch in der Schule zur Sache. Bei der Spanischklausur müssen nicht nur Handys, Taschen oder Jacken abgegeben werden, sondern es heißt auch „Ärmel und Hosen hoch“, um das Schummeln zu verhindern. Beim Schummeln hat natürlich auch moderne Technik Einzug gehalten. Da wird dann auch schon mal die „Ähnlichkeit“ der mit ChatGPT erstellten und dann kopierten Hausaufgaben mit einem verschmitzten „Wir denken halt sehr ähnlich“ erklärt. Eine Abstimmung über den Ort eines Kurstreffens sorgt für rege Beteiligung und Einstimmigkeit beim vorgeschlagenen Ort „Kneipe“. Während in der Schule also alles Kurs in Richtung Abitur nimmt, setzt die gestrandete Gruppe auf Teamwork, findet Essen, Feuerholz und schließlich ein Boot für die Rückreise – gerade noch rechtzeitig für die Abiturprüfungen. Das war knapp, so knapp wie der „Abikini“ im Titel. Am Lagerfeuer bleibt natürlich Zeit für die ein oder andere rasante Tanzeinlage und den romantischen Revolverheld-Song „Ich lass für dich das Licht an“. Fester Bestandteil sind die im Auto aufgenommenen Videos, in denen Lehrerinnen und Lehrer verraten, was sie wirklich von ihrem Beruf, der Jahrgangsstufe, dem Kollegium oder ihren Schülerinnen oder Schülern halten. Natürlich haben die Pädagoginnen und Pädagogen auch wichtige Ratschläge für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler parat. Die reichen von „schnell einen Beruf lernen oder studieren, chillen könnt ihr später“ über „erstmal langsam angehen lassen und sich in der Welt umsehen“ bis zu „wenn ihr auf einer Party einen Song mitsingen sollt, den ihr nicht kennt, singt nur die Vokale. Dann fällt das nicht auf.“ Welcher Tipp im Leben wirklich weiterhilft, müssen die Schülerinnen und Schüler wohl selbst in den nächsten Jahren herausfinden. Wenn das Abitur so läuft wie das Varieté, kann beim Abi allerdings nicht mehr viel schiefgehen.
(Foto unten links: Am Lagerfeuer auf der Insel bleibt für die abgestürzten Schülerinnen und Schüler Zeit für eine gefühlvoll gesungene Pop-Ballade.
Foto unten mitte: In der Schule geht der Unterricht weiter, und die KI sorgt für eine gewisse Ähnlichkeit der Ergebnisse.
Unten rechts: Je näher das Abi rückt, desto strenger werden die Kontrollen bei den Klausuren.
Unten: Die Leidenschaft mancher Lehrkräfte für den „frischen Atem zwischendurch“ wird zur getanzten Parodie.)






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