Die ersten Bögen im Werkstattkurs Bogenbau sind fertiggestellt
Wochenlang wurde geraspelt, gefeilt, geschliffen und ausprobiert. Aus einfachen Rattanrohlingen entstanden im Werkstattkurs Bogenbau nach und nach ganz individuelle Bögen. Dabei ging es nicht nur um Technik und Werkzeugkunde, sondern auch um Geduld, Präzision und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Manche Bögen entwickelten sich schneller, andere brauchten viele Überarbeitungen. Doch genau das machte den Reiz des Projekts aus.
Besonders beeindruckend war zu sehen, wie eng die Schülerinnen und Schüler mit ihren Bögen verbunden waren. Jeder Griff, jede kleine Unebenheit und jede Entscheidung beim Bearbeiten machte die Bögen zu echten Einzelstücken. In kurzen Texten beschreiben einige Schülerinnen und Schüler selbst, warum ihr eigener Bogen für sie etwas Besonderes ist. Und ehrlich: Erwachsene zahlen heute absurd viel Geld für „handgemachte Unikate“, während Jugendliche hier einfach monatelang echte Handarbeit leisten.
Ali Karakurt
In unserem Projekt haben wir alle einen eigenen Bogen gebaut. Wenn ich mir das Endergebnis ansehe, ist meiner für mich der schönste. Das liegt an einem Missverständnis. Klingt komisch, ist aber eine lustige Geschichte.
Mein Lehrer und ich haben darüber gesprochen, wie wir meinen Bogen designen wollen. Ich fing an, meinen Bogen zu bearbeiten und war an einer Stelle fertig. Danach musste ich die andere Seite bearbeiten. Vorher wollte ich aber wissen, ob ich alles richtig gemacht hatte. Da merkten mein Lehrer und ich, dass wir uns missverstanden hatten. Ich hatte aber Glück, denn ich hatte genau an der perfekten Stelle aufgehört.
Ich konnte diesen Fehler zu meinem Vorteil nutzen, weil der Bogen dadurch an den oberen Seiten viel beweglicher wurde. Danach habe ich die andere Seite genauso bearbeitet, damit alles gleich aussieht. Anschließend habe ich alles schön gefeilt und am Ende sah mein Bogen ganz einzigartig aus.
Es macht auch Spaß, seinen eigenen Bogen kennenzulernen. Ich musste mehrmals auf die Zielscheibe schießen, um herauszufinden, wie mein Bogen reagiert. Am Ende konnte ich so zielen, dass ich fast nur noch die Mitte der Zielscheibe getroffen habe.
Fabian Hirn
Heute erzähle ich von meinem Begleiter seit der neunten Klasse. Alles fing mit einem Stück Bambus an. Mit der Zeit sah es immer mehr wie ein Bogen aus. Sozusagen: vom Stock zum Bogen.
Mit der Zeit habe ich sehr viel zu meinem Bogen entwickelt. Manche Leute waren schon schneller fertig und machten mich dafür runter. Allerdings habe ich mich davon nicht unterkriegen lassen. Anfangs hat mein Lehrer sogar noch an mir gezweifelt. Doch mit der Zeit habe ich gemerkt, wie viel Spaß es macht, seinen eigenen Begleiter aus Holz zu bauen.
Und alle, die mich dafür runtergemacht haben, machen es jetzt zweimal, denn: Wer etwas zu schnell macht, macht es oft zweimal.
Mein Bogen ist der perfekte Bogen, weil er einfach schön schnittig aussieht. Wenn ich ihn fertiggestellt habe, werde ich ihn mir in mein Zimmer hängen, weil er mein Zimmer direkt viel schöner macht.
Das ist mein kleiner Aufsatz darüber, warum mein Bogen so perfekt ist und wie mein Bogen und ich uns durchgesetzt haben.
Lennox Müller
Mein liebes holziges Schätzelein, auch bekannt als mein Bogen, wurde perfekt für meine Hand entworfen. Doch er war nicht immer perfekt.
Alles fing im Jahr 2025 an. Damals bekam ich, wie es das Schicksal wollte, genau dieses lange Stück Holz in die Hände gedrückt. Auch wenn es nur ein langweiliges Stück Holz war, sah ich sofort Potenzial. Ich hatte Bilder vor Augen, wie ich mit diesem Bogen in die Schlacht ziehen würde. Also machte ich mich ohne zu zögern an die Arbeit, um aus diesem Stück Holz einen besonderen und einzigartigen Bogen zu erschaffen.
Doch die bittere Realität zeigte sich schnell. Schon in den ersten Stunden meiner Arbeit brachte meine wilde und aufdringliche Art ein starkes Ungleichgewicht in den Bogen. Das konnte ich erst mit viel Mühe wieder ausgleichen.
Mein Bogen war lange nicht so weit wie die anderen. Viele Bögen hatten schon Griffe, waren eingeölt und bereit, eine stolze Sehne zu tragen. Doch ich gab nicht auf. Ich entwickelte in dieser Zeit wirklich Liebe für meinen Bogen.
Dann arbeitete ich weiter und holte in wenigen Stunden vieles auf. Eines der größten Probleme war allerdings das Griffstück, das sich für mich als Rechtshänder schwierig herausstellte. Trotzdem ließ ich mich nicht unterkriegen. Ich glaubte weiterhin an das Potenzial meines Bogens.
Mittlerweile bin ich sehr weit und kann mit anderen Mitschülern konkurrieren. Auch wenn mein Bogen am Anfang weit zurücklag und andere Bögen Vorteile hatten, wie zum Beispiel stabileres Holz, habe ich nie aufgegeben und das Potenzial meines Bogens genutzt.
Und genau dieser Bogen von damals, aus dem September 2025, ist nun im Mai 2026 bereit zur Jagd.
Lucy Reimer
Mein Bogen, an dem ich seit fast genau acht Monaten arbeite, ist einzigartig. Vor acht Monaten begann mein Projekt, meinen ersten eigenen Bogen aus nur einem runden Stück Holz zu bauen.
Ich habe alles selbst an meinem Bogen gemacht. Alles war Handarbeit. Der Bogen ist auf mich eingestellt: meine Stärke, mein eigener Griff und meine eigene Sehne. Niemand wird genau denselben Bogen noch einmal bauen können, nicht einmal ich selbst. Genau deshalb ist er einzigartig.
Mein eigener Bogen ist nicht nur ein Sportgerät. In diesem Bogen stecken Emotionen. Glück, wenn etwas funktioniert hat, aber auch Frustration, wenn etwas nicht so lief, wie es sollte.
Durch dieses Projekt habe ich gelernt, besser mit Werkzeugen umzugehen und mehr Feingefühl zu entwickeln. Ich hätte mir einen Bogen kaufen können, aber in einem gekauften Bogen stecken nicht dieselben Eigenschaften wie in einem selbstgebauten. Jede kleine Wölbung, die man bewusst gelassen hat, macht den Bogen besonders und zeigt, dass er anders ist als alle anderen.
Und genau deswegen ist mein Bogen einzigartig.
Winston Mehnert
Mein Bogen ist der beste. Warum? Ganz einfach: Er ist stark, mächtig und etwas Besonderes.
Mein Bogen ist besonders, weil er aus einem einfachen runden Stück Holz entstanden ist. Er hat die perfekte Form und eine besondere Sehne. Auch wenn ich sehr viele Stunden und Monate gebraucht habe, um ihn fertigzustellen, hat mich jede Stunde motiviert, ihn besser und stärker zu machen als alle anderen Bögen.
Doch es war nicht immer einfach. Es gab mehrere Personen, die schneller fertig waren als ich. Sie haben ihre Bögen gezeigt, während meiner noch nicht fertig war. Das hat mich aber nicht runtergezogen. Im Gegenteil: Es hat mir gezeigt, was ich besser machen kann, damit mein eigener Bogen einzigartig wird.


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