Wenn unsere Schule zur Bühne wird

Es gibt Aben­de, die blei­ben in Erin­ne­rung

Unser “DG Abend” war so ein Abend. Er war mehr als eine Schul­ver­an­stal­tung – er war ein Fest der Talen­te, das zeig­te, was unse­re Schu­le so beson­ders macht. An die­sem Abend wur­de unse­re Schu­le zur Büh­ne, und unse­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler zeig­ten mit leuch­ten­den Augen und gro­ßem Kön­nen, was in ihnen steckt.

Der 7. Jg. zeig­te eine leben­di­ge Bahn­hof­sze­ne, wie man sie täg­lich sieht. Men­schen eil­ten anein­an­der vor­bei, man­che gestresst, man­che betont lang­sam oder suchend. Ein Leh­rer führ­te sei­ne Klas­se zum Zug, wobei typi­scher­wei­se zwei Jun­gen auf ande­re Ideen kamen und an den Ohren wie­der her­an­ge­zo­gen wer­den muss­ten. Bum­me­li­ge Schü­le­rin­nen muss­ten ermahnt wer­den, den Anschluss nicht zu ver­pas­sen. Eini­ge Bett­ler hoff­ten auf etwas Klein­geld. Aber ein kri­mi­nel­ler Jun­ge klau­te das Geld. Auf der War­te­bank saßen immer wie­der war­ten­de Per­so­nen, ande­re tra­fen und begrüß­ten sich. Und wenn ein Zug weg war kam immer wie­der ein gro­ßer Schwung an Men­schen, die eili­ge ver­such­ten den Zug zu errei­chen.

 

Der 8. Jahr­gang ent­führ­te die Zuschau­er in die Kunst­ga­le­rie, wo Kunst­wer­ke auf das Publi­kum war­te­ten. Dar­ge­stellt wur­de der Kubis­mus und jeweils eine Schü­le­rin stell­ten die Far­be, Form, Licht und Schat­ten dar und waren zau­ber­haft uns pro­fes­sio­nell geschminkt, sie sahen wirk­lich wie Kunst­wer­ke aus! Und so stell­ten sie gut ins­sze­niert dar, dass sie zusam­men gehö­ren, ein Teil von­ein­an­der sind. Zuschau­er kamen mit ihren Hun­den her­ein (die aus Bal­lons gebas­telt waren) und brach­ten die Auf­se­her durch­ein­an­der. Ins­ge­samt war es ein schö­nes Spek­ta­kel.

 

Der 9. Jahr­gang zeig­te ein­drucks­voll eini­ge Sze­nen aus dem berühm­ten Werk „Der klei­ne Prinz“ von Antoine de Saint-Exupé­ry. Ver­schie­de­ne SuS ver­kör­per­ten den klei­nen Prin­zen, der dar­ge­stellt mit einem gol­de­nen Schal immer wie­der­erkannt wur­de. Beson­ders ein­drucks­voll waren die groß­ar­ti­gen SuS, die die lan­gen Tex­te sehr sau­ber und betont vor­tru­gen und spiel­ten. Ein grü­nes Flug­zeug stand in der Mit­te der Büh­ne und war ein ech­ter Eye­cat­cher. Der Prinz stell­te in Fra­ge, inwie­fern man Ster­ne besit­zen kön­ne, besuch­te einen König, einen Geo­gra­fen und zeig­te mit einer inten­si­ven Natür­lich­keit, dass es auf ganz ande­re Din­ge als Reich­tum und Macht ankommt. So freu­en wir uns alle, wenn die Rei­se des klei­nen Prin­zen wei­ter­geht und wir wei­te­re Sze­nen sehen dür­fen.

 

Der 10. Jahr­gang zeig­te sei­ne Abschluss­per­for­mance unter dem Mot­to „Über­le­bens­künst­ler“. Die SuS betra­ten mit selbst her­ge­stell­ten Mas­ken die Büh­ne, um zu ver­deut­li­chen, dass sie täg­lich eine Mas­ke tra­gen, um die Schu­le zu über­le­ben, um nicht auf­zu­fal­len, die Sor­gen nicht nach außen zu tra­gen, die sie alle in irgend­ei­ner Form haben. Ein­drucks­voll stell­ten sie ihre Sor­gen und Ängs­te mit klei­nen Sze­nen und Stand­bil­dern dar, die rund um die Schu­le, die Fami­lie und Freund­schaf­ten und Bezie­hun­gen gin­gen. Es wur­de deut­lich, dass eine Men­ge Druck auf ihnen las­tet, wenn sie an ihre Abschluss­prü­fun­gen den­ken und dem Stress des Ler­nens. Aber auch fami­liä­re Pro­ble­me wur­den deut­lich, wobei Streit und Stress the­ma­ti­siert wur­den. Aus­gren­zung und Ein­sam­keit, Angst vor schei­tern­den Bezie­hun­gen und muti­ges Outing im Freun­des­kreis waren wei­te­re The­men­schwer­punk­te zum The­ma Freund­schaft. Am Ende konn­ten sie mit einer Cho­reo­gra­fie fest­stel­len, dass sie die Mas­ken nicht mehr benö­ti­gen, dass sie über­lebt haben, dass sie jetzt wis­sen, wer sie sind und dass sie gut so sind, wie sie sind.

 

Ins­ge­samt wur­de ein bun­tes und viel­fäl­ti­ges Pro­gramm auf hohem Niveau gezeigt, was so man­chen zum Nach­den­ken und Stau­nen brach­te.

Ein beson­de­rer Dank geht an unse­re enga­gier­te Eltern­schaft, die für das anschlie­ßen­de Steh­buf­fet groß­zü­gig auf­tisch­te und die wun­der­ba­re Q2, die alle mit reich­lich Geträn­ken bewir­te­te.

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