Lebensplanungstage an der OPG

Schu­le fürs ech­te Leben

Was kommt nach der Schu­le? Wie teu­er ist das Leben eigent­lich? Und wel­che Ent­schei­dun­gen kön­nen spä­ter rich­tig Ärger machen – oder vie­les leich­ter?
Mit genau die­sen Fra­gen haben sich unse­re Zehntklässler:innen an zwei inten­si­ven Lebens­pla­nungs­ta­gen beschäf­tigt.

In Work­shops und Gesprä­chen tra­fen die Schüler:innen auf Men­schen aus ganz unter­schied­li­chen Berei­chen, die offen, ehr­lich und auf Augen­hö­he aus ihrem All­tag berich­te­ten.

Herr Rie­del vom Tanz­haus Röm­kens zeig­te sehr anschau­lich, wie viel Wir­kung im eige­nen Auf­tre­ten steckt. Anhand von Kör­per­spra­che, Mimik und Ges­tik wur­de schnell deut­lich, dass höf­li­che Umgangs­for­men kei­ne alt­mo­di­sche Pflicht sind, son­dern im All­tag, bei Bewer­bun­gen und im Mit­ein­an­der vie­les ein­fa­cher machen kön­nen. Die Schüler:innen waren auf­merk­sam dabei und merk­ten schnell: Das hat mehr mit ihrem Leben zu tun, als man zunächst denkt.

Einen ganz ande­ren Blick auf die Zeit nach der Schu­le eröff­ne­te Herr Bet­ke mit sei­ner Vor­stel­lung des Bun­des­frei­wil­li­gen­diens­tes. Ein Jahr raus aus dem Schul­all­tag, Zeit zum Ori­en­tie­ren, neue Erfah­run­gen sam­meln – und das in ganz unter­schied­li­chen Berei­chen: im Kran­ken­haus, in Schu­len, im sozia­len Bereich, in Thea­tern oder Muse­en, im Natur­schutz, beim THW oder bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr. Für vie­le war das eine ech­te Alter­na­ti­ve zu dem Gefühl, sofort „funk­tio­nie­ren“ zu müs­sen.

Beson­ders inten­siv arbei­te­ten die Schüler:innen mit der Schuld­ner­be­ra­tung und der Spar­kas­se. In einem „Spiel des Lebens“ leb­ten sie einen Monat mit Aus­bil­dungs­ge­halt. Mie­te, Neben­kos­ten und Hei­zung muss­ten direkt bezahlt wer­den, dazu kamen Han­dy­ver­trag, Lebens­mit­tel, Ver­si­che­run­gen, Frei­zeit, viel­leicht das Fit­ness­stu­dio oder Ziga­ret­ten. Schnell wur­de klar: Geld ist begrenzt – und jede Ent­schei­dung hat Fol­gen.
Was ist mir wich­tig? Wor­auf kann ich ver­zich­ten? Und wie behält man über­haupt den Über­blick?

Ein Moment sorg­te für einen ech­ten Aha-Effekt: Ein Zet­tel mit viel Text, die Auf­for­de­rung, kurz zu unter­schrei­ben – angeb­lich nur eine For­ma­li­tät. Fast alle mach­ten es. Erst danach merk­ten vie­le, dass sie im Klein­ge­druck­ten einer Zah­lung zuge­stimmt hat­ten. Die Bot­schaft war ein­deu­tig und blieb hän­gen: Lies, was du unter­schreibst. Immer. Auch online.

Wei­te­re wich­ti­ge Impul­se kamen von der Umwelt­hil­fe, die erklär­te, was es mit der Schufa auf sich hat, was ein Füh­rungs­zeug­nis ist und wel­che staat­li­chen Unter­stüt­zun­gen es gibt – etwa BAföG oder Berufs­aus­bil­dungs­bei­hil­fe. Auch die Fra­ge, wie man die ers­te eige­ne Woh­nung finan­zie­ren kann, spiel­te eine gro­ße Rol­le.

Ergänzt wur­den die Tage durch ein­drucks­vol­le Ein­bli­cke aus der JVA, Gesprä­che mit der DROBS zu Sucht­pro­ble­ma­ti­ken sowie durch die Fahr­schu­le Busch­mann, die offen über ech­te Kos­ten und mög­li­che Preis­fal­len rund um den Füh­rer­schein infor­mier­te.

Das Feed­back der Schüler:innen war durch­weg posi­tiv:
Vie­le fan­den es span­nend, die monat­li­chen Kos­ten ein­mal rea­lis­tisch zu sehen, ande­re waren über­rascht, wie teu­er ein Füh­rer­schein tat­säch­lich ist oder wie vie­le Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten es gibt. Vor allem aber wur­de deut­lich, wie wich­tig es ist, infor­miert Ent­schei­dun­gen zu tref­fen.

Die Lebens­pla­nungs­ta­ge haben gezeigt, wie Schu­le jun­ge Men­schen stär­ken kann: durch Wis­sen, durch ehr­li­che Ein­bli­cke und durch das Gefühl, auf dem Weg ins Erwach­se­nen­le­ben nicht allein zu sein.

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